Aufholen! – Prioritäten und erste Arbeitsschritte von Jens Spahn

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens hat für Jens Spahn hohe Priorität und das Motto lautet dabei : Aufholen! Eine seiner ersten Amtshandlungen war deshalb die Schaffung einer neuen Abteilung für Digitalisierung. Auf der diesjährigen conhIT plädierte der neue Gesundheitsminister dafür, Big-Data-Anwendungen verstärkt zu nutzen. Unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz, wie sie z. B. im Pflegeterminologie- und Wissensserver apenio® NKS genutzt wird, können Behandlungsverläufe großflächig analysiert werden. In den bereits vorhandenen Daten steckt laut Spahn sehr viel Potenzial, um neue Erkenntnisse über Krankheiten zu gewinnen.

Für die digitalen Informationsflüsse im Gesundheitswesen spielt die Einbindung mobiler Anwendungen eine zentrale Rolle. Noch im Laufe des Frühjahrs werde das Gesundheitsministerium einen umfangreichen Kriterienkatalog vorlegen. Dieser solle als Leitfaden dienen, um zu beurteilen, welche Anwendungen geprüft seien und einen medizinischen Mehrwert aufwiesen. Im Vergleich zu anderen Ländern gingen die Digitalisierungsschritte des deutschen Gesundheitswesens bisweilen eher schleppend voran. Spahn blickt jedoch optimistisch in die Zukunft: „Umso weiter wir hinterher sind, umso mehr können wir aufholen.“

Zudem möchte der Gesundheitsminister in seiner Amtszeit den Pflegeberuf verstärkt in den Fokus rücken und so dem Personalnotstand entgegenwirken. "Die Bezahlung hat maßgeblich Einfluss darauf, wie attraktiv ein Beruf ist", sagte er beim Deutschen Pflegetag in Berlin, auf dem auch das apenio® -Team vertreten war. Derzeit gibt es 17.000 offene Stellen, die mit flächendeckender Tarifbezahlung, aber auch mit der geplanten Vereinheitlichung der Pflegeausbildung langfristig besetzt werden sollen.

Spahn beabsichtigt auch, Pflegekräfte und Ärzte aus den Nachbarländern einzuladen und die Anerkennung ihrer Abschlüsse zu beschleunigen, wie die FAZ berichtete. Die Verfahren ziehen sich derzeit noch monate- und teils jahrelang hin, bis die Fachkräfte ihre Berufe ausüben können.

Die Pflegenden sollen außerdem mehr Einfluss und Verantwortung bekommen. Der CDU-Politiker begrüße laut ZEIT ONLINE die Gründung von Pflegekammern, in denen sich die größte Berufsgruppe des Gesundheitswesens organisieren kann. Analog zu Ärzte- oder Anwaltskammern sollen hier die beruflichen, wirtschaftlichen sowie sozialen Interessen vertreten werden.

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