Auswirkungen der Koalitionsvorhaben: Krankenhauserlöse in Gefahr

Nachdem sich die GroKo auch dem Thema Pflege gewidmet hat und dieses im aktuellen politischen Diskurs sowie bei Fachkongressen eine große Rolle einnimmt, möchten wir die Bedeutung des Vorhabens, die Pflege im DRG-System höher zu vergüten, näher beleuchten.

Grundsätzlich sind die Kosten und Erlöse der Berufsgruppe Pflege nach Meinung von Fachverbänden und Experten des Gesundheitswesens im DRG-System unterrepräsentiert. Die Politik und die Selbstverwaltungen haben sich daher schon in den letzten Jahren vorgenommen, die Situation der Pflege durch eine höhere Vergütung, welche nach dem Pflegeaufwand bestimmt wird, zu verbessern. Maßnahmen wie die Einführung von Zusatzentgelten und die aktuelle Umverteilung von Sachkosten hin zu Personalkosten innerhalb der Bewertungsrelationen haben eines gemeinsam:

Sie gehen einher mit erhöhten Ansprüchen an die Pflegedokumentation. Frei nach dem Prinzip: Wenn ein hoher Pflegeaufwand durch die Dokumentation nachgewiesen werden kann, wird auch höher vergütet. Dies steigert deutlich die Relevanz der Pflegedokumentation, da nun die Gefahr besteht, Erlöse durch fehlende Leistungsdokumentation zu verlieren.

Die Rolle der Pflegedokumentation erweitert sich entsprechend von einem Instrument für intraprofessionellen Informationsaustausch im Sinne der Patienten hin zu einem interprofessionell fungierenden Steuerungsinstrument, welches zur Generierung von Erlösen beiträgt. Der Einsatz spezialisierter Dokumentationssoftware, die Pflegende in die Lage versetzt, ihre Pflegeaufwände detailliert und anlassbezogen zu planen, auszuwerten und zu steuern, stellt einen wichtigen strategischen Schritt dar. Als Voraussetzung dafür wird eine Daten-Infrastruktur benötigt, die eine Sekundärnutzung aller wichtigen Pflegedaten ermöglicht. Eine Pflegedokumentation auf Basis von Freitexten oder Hauskatalogen erfüllt diese Anforderungen nicht. Es genügt auch nicht, lediglich die Pflegeleistungen standardisiert abzubilden.

Zur Kodierung von Pflegedaten wird vielmehr eine standardisierte und granulare Terminologie für Pflegebedarfe und deren Ursachen sowie für Pflegeinterventionen gebraucht, um Auswertbarkeit und semantische Interoperabilität sicherzustellen. Die Pflegeklassifikation apenio® erfüllt diese Anforderungen und wurde als Standard im Interoperabilitätsverzeichnis VESTA der Gematik angemeldet.

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