Anwender:

  • Heidekreis-Klinikum GmbH
    Krankenhäuser Soltau und Walsrode
  • Zertifiziert nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen)
  • 450 Betten

Aufgabe:

  • Einführung der digitalen Pflegeplanung und -dokumentation apenio
  • Integration in das Krankenhaus-Informationssystem fd-klinika von systema

Vorteile:

  •  Tiefe Integration der Pflegedokumentation in das KIS
  • Übermittlung von pflegerelevanten Nebendiagnosen und Prozeduren an das KIS
  • Automatische Ermittlung des Pflege-Komplex-Maßnahmen-Scores (PKMS)
  • Qualitätssicherung und -steigerung der Dokumentation
  • Unterstützung durch umfangreiche Standardpflegepläne
  • Mobile Visite am Patientenbett
  • Steigerung der Zufriedenheit und Effektivität der Mitarbeiter

Das Heidekreis-Klinikum wurde 1997 durch den Zusammenschluss der beiden Kreiskrankenhäuser Soltau und Walsrode gegründet. Das Haus der Grund- und Regelversorgung hält 450 Betten vor und behandelt etwa 20.000 Patienten pro Jahr stationär.

PKMS als Initial für Digitalisierung der Pflege

Obwohl in vielen Bereichen des Klinikums bereits digitale Informationssysteme zum Einsatz kommen, wurde die Pflegedokumentation papierbasiert erbracht. Das hat sich über Jahre der Anwendung kontinuierlich bedarfsgerecht weiterentwickelt und war bei den Pflegekräften etabliert.

„Als dann die Einführung des Pflege-Komplex-Maßnahmen-Scores (PKMS) anstand, der den Mehraufwand für die hochaufwendige Pflege von Patienten im Krankenhaus auf Normalstationen abbildet, hatten wir Zweifel, den zusätzlichen Dokumentationsaufwand mit der Papierversion effektiv leisten zu können. Vor diesem Hintergrund haben wir uns dann für die Anschaffung einer digitalen Pflegeprozessplanung und -dokumentation entschieden. Von der haben wir uns versprochen, dass sie die PKMS-Ermittlung automatisch anhand der durchgeführten pflegerischen Interventionen vornimmt“

erläutert Jörn Sandtvos, der als Projektleiter für die Systemeinführung im Heidekreis-Klinikum verantwortlich ist.
Daher war auch eine integrierte Pflegeprozessplanung Bestandteil der ursprünglichen Ausschreibung für das Krankenhaus-Informations-System (KIS) im Jahr 2006, nach der fd-klinika.plus im Heidekreis-Klinikum eingeführt worden ist. Als Generalunternehmer empfahl das CGM.AKUT-Team die Software-Lösung von apenio aus Bremen.

„Uns war besonders die tiefe Integration in das führende System wichtig. Wir wollten keine Insellösung mit oberflächlicher Einbindung für die Pflege, sondern ein durchgängiges Gesamtsystem. Nachdem uns das CGM.AKUT-Team apenio vorgestellt hat, haben wir uns intensiv mit der Lösung und der Einführung beschäftigt.“

so Sandtvos. Dabei definierten Vertreter aus Ärzteschaft, Pflege und IT zum Beispiel die Pflegeprozesse und Abläufe in der mobilen Visite.

Seit Dezember 2010 ist apenio nun im Heidekreis-Klinikum im Einsatz. Bereits zur Zeit der Einführung konnte es als eines der ersten digitalen Systeme für die Pflegeplanung und -dokumentation den PKMS umsetzen. Die Einführung verlief problemlos. Gestartet wurde auf zwei großen internistischen Stationen am Standort Walsrode, der Rollout erfolgte dann schrittweise. Priorität hatten Stationen, auf denen die meisten PKMS-Fälle zu erwarten waren.

Um die reibungslose Umstellung auf die digitale Lösung zu gewährleisten, hat die pflegerische Projektleitung das Pflegepersonal der betreffenden Abteilung jeweils kurz zuvor geschult.

„Die Herausforderung bestand darin, sowohl die Funktionalitäten des Systems zu erläutern als auch den Pflegeprozess zu beleuchten. Pflegeprozessplanung findet ja in den meisten Akutkrankenhäusern auf Papier nicht statt. Mit der Einführung von apenio ändert sich das, was einem Paradigmenwechsel entspricht.“

erläutert Sandtvos. Mit hohem persönlichem Engagement hat er dann den Einsatz vor Ort begleitet.

Mobile Visite am Patientenbett

So war die digitale Pflegeplanung und -dokumentation schnell in der täglichen Routine etabliert. In ihrer Arbeit profitieren die Pflegekräfte wesentlich von der tiefen Integration in das KIS. Nach der stationären Aufnahme stehen alle Patientendaten in apenio bereit. Das pflegerische Aufnahmegespräch mit Anamnese erfolgt mit mobilen Geräten direkt am Krankenbett. Sind die pflegerischen Probleme des Patienten und seine Ressourcen identifiziert, wird die Pflegeprozessplanung angelegt. Dabei werden die Pflegekräfte durch umfangreiche Standardpflegepläne unterstützt, die individuell auf die Bedürfnisse der Abteilungen zugeschnitten sind.

„Etwa 95 Prozent aller Pflegeprozessplanungen können anhand der Standardpflegepläne durchgeführt werden, beim Rest gibt es individuelle Anpassungen.“

weiß Sandtvos. Bei der ärztlichen Patientenaufnahme werden unter anderem Vitalzeichen ermittelt, Berichte geschrieben und erste Anordnungen vorgenommen. Dies alles können die Pflegekräfte auf den Stationen in apenio einsehen. Das System generiert daraus auch automatisch Handlungsanweisungen.
Zur Visite stehen den Ärzten und Pflegern im Heidekreis-Klinikum Visitenwagen mit Hängeregistraturen zur Verfügung. „

Wir haben uns für diesen Weg entschieden, da wir nicht umgehend papierfrei arbeiten können. In einer Übergangszeit werden uns noch Fremdbefunde, Konsiliarscheine oder EKG-Aufzeichnungen begleiten“

so Sandtvos.

Die Visite auf den Stationen wird mit insgesamt fünf mobilen Geräten vorgenommen, die Ärzte und Pfleger an das Patientenbett mitnehmen.

„Dank der tiefen Integration von apenio in den fd-klinika Manager können in derselben Ansicht die digitale Fieberkurve und alle Registerkarten des Patienten angezeigt werden. So hat der Arzt mit einem Mausklick Zugriff auf alle Untersuchungen, Dokumente, Befunde, OP-Berichte, Labordaten und dergleichen. Dazu kann er am Patientenbett Leistungsanforderungen an die Funktionsbereiche schreiben. Ihm steht also eine Vielzahl an Informationen und Möglichkeiten integriert in einer Ansicht zur Verfügung.“

zeigt sich der Projektleiter begeistert von den Vorzügen der mobilen Visite.

apenio sichert vollständige und effiziente Dokumentation

So sind die Mitarbeiter aller Bereiche auch sehr zufrieden mit der elektronischen Pflegeplanung und -dokumentation.

„In vordigitalen Zeiten hat sich die Pflege immer eine strukturierte Pflegeprozessplanung gewünscht. Heute macht sie sie einfach, was sich als großer Gewinn erweist. Und das nicht nur in punkto Effektivität, sondern durch die Standardpflegepläne auch bei der Qualität. Jede Intervention ist transparent und lässt sich übertragen.“

so Sandtvos.
Mit apenio ist zudem eine vollständige Dokumentation gewährleistet.

„Das beginnt damit, dass papierbasiert die Interventionen in der Regel nur einmal pro Schicht erfasst wurden. Damit fielen beispielsweise bei einer aufwändigen Inkontinenzversorgung häufig viele erbrachte Leistungen unter den Tisch. Da das System die Aufgaben verbindlich vorgibt, können sie auch schnell und einfach quittiert und somit dokumentiert werden.“

erläutert der Projektleiter. Da alle manuellen Tätigkeiten wie Notizen und Übertragungen in die Patientenakte entfallen, können sich die Pflegekräfte wieder vermehrt auf die Versorgung der Patienten konzentrieren. Dazu sind jederzeit alle Informationen verfügbar, mehrere Mitarbeiter können parallel an einer Patientenakte arbeiten.
Auch bei einem anderen Aspekt hat die Lösung die Erwartungen voll erfüllt: Mit dem Einsatz von apenio entsteht für die Pflegekräfte bei der PKMS-Erfassung kein zusätzlicher Aufwand. Die Identifizierung von PKMS-Patienten wird automatisch durch das System vorgenommen, und sie werden ebenfalls automatisch in der PPR-Einstufung als A4 ausgewiesen und stehen auch in fd-klinika.plus zur Verfügung.
So sind die hochaufwendigen Patienten mit einem Blick auf den Stationsmanager zu erkennen. Für die DRG-Ermittlung wird sofort die entsprechende OPS im KIS bereit gestellt. Durch die übersichtliche Dokumentation der erreichten Punkte nach Tagen können mögliche Anfragen des MDK und der Kostenträger problemlos und schnell beantwortet werden.

„Wir sind in der Pflege auf einem guten Weg und konnten die Effektivität und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter steigern. Das digitale System wurde sehr gut angenommen und ist wegen seiner offensichtlichen Vorteile und der einfachen Bedienung schnell akzeptiert worden.“

zeigt sich Projektleiter Jörn Sandtvos nach einem Jahr mit apenio im Heidekreis-Klinikum sehr zufrieden.

Anwenderbericht: PKMS-Erfassung mit digitaler Pflegeplanung und -dokumentation (pdf)